Hoffnung braucht Hilfe
Hoffnung braucht Hilfe
DZI - Deutsches Zentralinstitut für Soziale Fragen
Hoffnung braucht Hilfe Schwester Werburga

Schwester Werburga

Schwester Werburga SchaffrathW
(bürgerlicher Name: Waltraud Schaffrath), geboren am 06.09.1930,
ist eine Deutsche Ordensschwester der Missionsbenediktinerinnen,
die seit über 55 Jahren in Brasilien tätig ist und dort das Hilfsprojekt
Centro Social Sao Jose do Monte leitet, das vom Förderverein Centro
Social Caruaru e.V. unterstützt wird.

Am 6. September 1930 in Wuppertal-Elberfeld geboren, wuchs
Schwester Werburga dort, mit neun weiteren Geschwistern und
ihren Eltern Paul Heinrich Schaffrath und Maria Anna Klara
Schaffrath, auf. Eine Familie aus einfachen Verhältnissen, in der es
viel Freude gab und in der Religion eine wichtige Rolle spielte.
1936 zog die Familie nach Werl (eine kleine katholische Stadt), wo
Schwester Werburga fortan die Grundschule besuchte. 1939 empfing
Schwester Werburga die Erstkommunion. Zur gleichen Zeit fand in
Werl eine Volksmission statt, zu deren Anlass ein Film über Mission
in Grönland bei den Eskimos gezeigt wurde.

Bereits hier, im Alter von neun Jahren, war Schwester Werburga von
dem Engagement der Missionare begeistert und fasste den Entschluss
eines Tages selbst eine ähnliche Aufgabe zu übernehmen.
Während eines Ferienaufenthaltes 1939 bei ihren Großeltern,
gemeinsam mit ihren Geschwistern, brach der zweite Weltkrieg aus.
Eine lange Zeit der Entbehrung, der Angst und der Gewalt. Schwester
Werburga verbindet mit diesem prägenden Abschnitt ihres Lebens
viele traurige Erinnerungen, aber auch Momente des Zusammenhalts
und der Solidarität. überleben gelang nur dadurch, dass ihr Vater viele
Freunde in der Stadt hatte, die sich gegenseitig unterstützten.
1951 endete die Schulzeit und Schwester Werburga lernte Marienfeld
kennen, wo sie als Kandidatin zur Ordensschwester aufgenommen wurde.
Ein Jahr darauf kam Sie nach Tutzing (ihr Mutterhaus) und machte ihr
Noviziat. Nach dem ersten Gelübde ging sie zur Universität in Würzburg,
um Zahnmedizin zu studieren. 1956 legte sie ihr ewiges Gelübde ab,
verpflichtete sich somit für immer dem Orden und wurde nach Brasilien gesandt.

1957 kam Schwester Werburga in Olinda an, wo sie zunächst einige Zeit in das Studium der portugiesischen Sprache investierte. Nachdem diese Grundvoraussetzung erfüllt war, schrieb sie sich an der Universität von Recife ein und studierte dort Naturwissenschaften. Zeitgleich begann sie bereits im College "Nossa Senhora do Carmo" Religion und naturwissenschaftliche Fächer zu unterrichten. Nach einer kurzen Zeitspanne als Novizenmeisterin in Olinda, ging Schwester Werburga 1969 nach Caruaru, um dort die Schule "Sagrado Coração" zu leiten. So lernte sie auch die Menschen aus der am Berg Bom Jesus angesiedelten Favela und deren Notlagen kennen. Zwar arbeiteten dort bereits einige Schwestern, diese beschränkten sich in ihrem Aufgabengebiet allerdings auf die religiöse Betreuung der Bewohner.
Der Mangel an weiterer Versorgung jedoch war deutlich, so dass 1969 das Centro Social gegründet wurde (anfangs noch stark von Misereor unterstützt). Hier wurde weiterhin Religionsunterricht erteilt und weitere Angebote kamen hinzu.
Schreinerei, Handarbeiten, Nähen, Lederverarbeitung und Kurse für werdende Mütter standen zunächst im Vordergrund. Der Gedanke, die Berufschancen der Kinder aus der Favela zu verbessern spielte eine wesentliche Rolle.
In den folgenden Jahren kam ein Kindergarten hinzu, die Arbeit mit den Senioren wurde aufgenommen und die Anzahl der Kinder stieg weiter an, so dass die Arbeit des Centro Socials immer wieder neu an die Bedarfslage angepasst werden musste.

Hoffnung braucht Hilfe - Schwester Werburga
Sr. Werburga, Bischof Don Bernardino und Seniora Laura Gomez


Die Finanzierung des Centros hängt zu einem großen Teil von Spenden aus Deutschland ab. Hinzu kommen öffentliche Mittel der Stadt Caruaru und weitere Spender. Mittlerweile hat sich unter der Leitung von Schwester Werburga ein beachtliches Hilfsnetzwerk heraus differenziert, das aus verschiedenen Einrichtungen besteht.
Jährlich erhält Schwester Werburga vielfältige Auszeichnungen für die Arbeit des Centros. Nicht nur von der Stadt Caruaru selbst, sondern auch kleineren Kreisen – wie unter anderem verschiedenen Frauenorganisationen, dem Kinderpastoral oder auch dem Verbund der Anwälte. Besonders stolz ist Schwester Werburga jedoch über den Titel "Ehrenbürgerin von Caruaru", der ihr 1990 verliehen wurde und die Verdienstmedaille der Stadt Caruaru, die im August 2009 hinzukam.

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